Sternenstaub und Veränderung

Als die riesige Sonne im Aufblühen einer Supernova zerbarst, verglühten in ihr wahrscheinlich Monde, Planeten und vielleicht sogar benachbarte Sonnen. Ihre Asche zerfiel zu Staub und verteilte sich über Millionen Jahre in den Weiten des Weltraums. Die Masse gigantischer Himmelskörper wurde somit zu Sternenstaub. Das war vielleicht vor zehn Milliarden Jahren. Niemand weiß es genau. Und vielleicht bald oder auch erst nach Jahrmillionen scheinbarer Ruhe fanden einige Körnchen dieses Sternenstaubs wieder zueinander. Sie bildeten Klümpchen, und ihr Zusammensein entwickelte eine magische Anziehungskraft auf andere Partikel. Aus Klümpchen wurden Klumpen und aus Klumpen immer größere Gebilde, die mit ihrer wachsenden Schwerkraft immer mehr Sternenstaub, auf ihrer Bahn durch das Weltall, ansammelten. Bald war es nicht nur Staub, den sie einfingen. Das Gesetz der Schwerkraft zwang das Kleinere zum Größeren, und es führte dazu, dass sich die Klumpen zu Kugeln formten, die unbarmherzig alles, was sich in ihrer Nähe befand, anzogen, auch wenn es mit der Macht von Atombomben auf ihnen einschlug. In diesem, sich über lange Zeiträume dahinziehenden, Regen von Meteoriten begannen manche von ihnen zu glühen, und irgendwann waren die Bahnen, die sie durchrast hatten, frei von dem Staub früherer Sterne. Neue Sterne erglühten, und was sie nicht einsaugten zwangen sie in eine Bahn um sich.
Es dauerte lange, bis ihre Satelliten allmählich erkalteten, eine Atmosphäre entwickelten und eine feste Kruste bildeten. Aber irgendwann gab es die Wesen, die von einem solchen Planeten aufblickten, zu einer Sonne, und sich Gedanken darüber machten, woraus diese Sonne und sie selbst entstanden waren. Manche von ihnen erkannten, dass es Sternenstaub war, und auch wer es nicht wusste, fügte sich in das Wissen, dass er wohl oder übel zumindest in den Staub der Erde zurückkehren müsse.
Dabei ist es nur die Veränderung, die es zu akzeptieren gilt. Wir alle sind Sternenstaub, und wenn wir den Wissenschaftlern glauben, werden wir dereinst samt unserem Planeten wieder zu ihm werden. Dazwischen erfahren wir uns an Gebilden, die aus nichts anderem als diesem Sternenstaub gemacht sind. Er ist ein Material für die Ewigkeit und wir sind Himmelwesen. Wer es bedenkt spielt bedenkenlos das Spiel der Veränderung.

7.12.2016

 

Gott

In raumloser Unendlichkeit ruhe ich jenseits der Stille,
im ewigen Jetzt selbst das Ungetane bereits als vollendet wissend.
Ich spreche durch Schweigen und handle durch Nichtstun.
Es ist meine Schöpfung, die für mich handelt.
Der zeitlose Strom unendlicher Möglichkeiten
gebiert aus sich selbst die Erfahrung einzigartigen Seins in der Einheit,
die ich sein könnte, wenn ich wäre.
Denn nur im Nichts ist auch alles,
und alles ist das Geschenk meiner Liebe.
Wer sie wirklich kennt, kennt auch mich.

 

Portrait Josef Ponweiser ...